
77 neue Wortgeschichten
In seinen amüsanten »Wortgeschichten«, die seit fast zwanzig Jahren im Feuilleton der »Stuttgarter Zeitung« erscheinen, verfolgt Klaus Bartels die Beziehungskisten und Bedeutungssprünge eines quicklebendigen Wortes aus den Alten, »toten« Sprachen bis in den modernen Euro-Wortschatz und die geläufige Alltagssprache. Apropos »amüsant«: Dahinter steckt ein vor Staunen aufgesperrtes Maul, lateinisch »musellum«, französisch »museau«. Diese »Wörterlebensläufe«, halb Sprachgeschichte, halb Kulturgeschichte, stecken tatsächlich voller Überraschungen und Aha-Erlebnissen, und die geneigten Leser und Leserinnen seien gewarnt: Die Lektüre dieser Wortgeschichten könnte ihre Milz gefährden; in der Milz, griechisch »splen«, hat der »Spleen« seinen Sitz.
Bartels verweist auf die früheren Wortgeschichten, so dass mittlerweile ein stattliches etymologisches Kompendium entstanden ist. Bewundernswert ist, dass der Elan und der Witz, welche Bartels Wortgeschichten auszeichnen, in keiner Weise erlahmt sind; im Gegenteil, sie sprühen von sprachlichen und nicht selten gesellschaftspolitischen Pointen … Der ausführliche Wortindex verleiht dem Ganzen … zusätzlich den Charakter eines Nachschlagewerkes, den die philologisch Interessierten sehr schätzen werden. [Bulletin des Schweizerischen Altphilologenverbandes]

Prof. Dr. Klaus Bartels, Klassischer Philologe, ist einer der tätigsten Vermittler der antiken Kultur. Für seine jahrzehntelang laufenden Kolumnen in großen deutschsprachigen Tageszeitungen (»Streiflichter aus der Antike«, »Wortgeschichten«) und für seine Standardwerke »Veni, vidi, vici« und »Roms sprechende Steine« wurde er 2004 mit dem Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur ausgezeichnet.